die wetterfühlige Fernwee leidet mal wieder unter schlechtes-Wetter-Dauerregen-Beziehungsscheiß-Melancholie.
Kann es nicht einmal einfach sein????
Muss man sich wirklich über jeden Scheiß so sehr den Kopf zerbrechen, dass man gar nicht mehr weiß, wo die einzelnen Bruchstücke hingehören?
Ich....
... wünschte mir so sehr eine Beziehung, die mehr Energie gibt als sie nimmt.
Ich wünschte mir so sehr, wir könnten uns manchmal gehenlassen und wiederfinden, verwirren und zurückkommen, verirren und zu Hause sein, verlieren und auffangen, locker lassen und festhalten, eins sein und zweisein, kommen und gehen, Kabale und Liebe (in allen Bedeutungen, die in diesen Satz reingelesen werden können).
Ich wünschte mir so sehr, wir würden aufeinander vertrauen anstatt Angst vor dem Zusammensein zu haben.
Ich wünschte, wir würden es mehr genießen.
Manchmal hilft es ja auch zu denken:
Es geht um mein Leben.
Wahlweise mit der Betonung "Es geht um mein Leben", also meins, und ich kann damit machen was ich will und sollte das auch so tun, wie ich gerne möchte. Oder als "Es geht um mein Leben"! Also ums wirklich echt Leben. Nicht um ein Spiel. Nicht um etwas, was man beliebig oft nochmal machen kann. Sondern um das eine einzige was ich habe.
Und das hilft dann manchmal, wenn man Entscheidungen treffen muss. Also mir hat es jedenfalls schon manchmal extrem gut geholfen, wenn ich plötzlich aufgeschreckt bin und dachte: ach du scheiße, das ist hier dein Leben und was passiert da gerade? Sofort was ändern.
Nur mal so als Tipp.
Und da fällt mir das Gedicht von Erich Fried zu ein:
das leben
wäre vielleicht einfacher
wenn ich dich
gar nicht getroffen hätte
weniger Trauer
jedes mal
wenn wir uns trennen müssen
weniger angst
vor der nächsten
und übernächsten Trennung
und auch nicht soviel
von dieser machtlosen Sehnsucht
wenn du nicht da bist
die nur das unmögliche will
und das sofort
im nächsten Augenblick
und die dann
weil sie nicht sein kann
betroffen ist
und schwer atmet
das leben
wäre vielleicht
einfacher
wenn ich dich
nicht getroffen hätte
es wäre nur nicht
mein leben
wünscht sich, dass sich jemand um sie kümmert. Ohne mit der Wimper zu zucken. Wär das schön.
Und irgendwie habe ich es doch auch verdient, schließlich mache ich das auch dauernd. Eine Schulter zum Anlehnen, Ausheulen und Ablästern sein.
Musik mitbringen? Zur Party von C.s 30.? Immer gerne.
Wenn ich nicht nur so melancholisch würde dabei. Und so was anhöre wie:
Zwei von Millionen von Sternen, die sich immer mehr von einander entfernen.
Geiles Lied eigentlich. Cooler Text. Und so traurig. Wenn man mal genau hinhört, haben sich die zwei Sterne ja nicht getroffen, sondern waren sich nur ganz kurz ganz nah und um sich dann wieder voneinander zu entfernen. Ganz langsam. Und vielleicht haben sie so gerade noch gemerkt, dass sie sich nah kamen, aber sicher nicht, dass sie sich wieder voneinander entfernt haben. Weil es so langsam und schleichend ging. Und sie sich langsam dran gewöhnt hatten, dass es immer weiter auseinander ging.
Oder bilde ich mir das jetzt nur ein?
Von der Erde aus, noch im selben Himmel zu finden und dabei jeder in seinem eigenen All zu verschwinden...
Für einen kurzen Moment waren wir uns nah....
und dann schon wieder nicht mehr. So schnell kanns gehen.
Seit ich bei Facebook bin, habe ich es tatsächlich geschafft, genau zwei mal wieder was auf meinen Blog zu schreiben. Das ist doch total bescheuert. Blog schreiben macht doch viel mehr Spaß, man kann viel mehr Schreiben, das Schreiben als solches wird zur Freizeitbeschäftigung und nicht nur das Denken in Statuskommentaren. Aber es liest ja kein Mensch mehr und das ist dann auch wieder doof.
Ob ich es mal wieder versuche? Wenigstens so ein bisschen? aber wo anfangen? Wo aufhören?
Jeden Tag ein bisschen? Eine Art Diss-Tagebuch? Online? Vielleicht hilft es ja auch beim schreiben.
Also:
Heute habe ich viel über die Entwicklung des Erzieherberufs gelernt, besser gesagt des Erzieherinnenberufs, denn Erzieher kommen da überhaupt nicht vor. Wen wundert es, dass es keine Erzieher gibt, wenn sogar die offiziellen Anforderungen ungefähr so lauten: Man sollte auf einer höheren Töchterschule gewesen sein und vom Wesen her weiblich. Aha aha.
Ansonsten habe ich eine ganze Menge geschrieben heute und bin zuversichtlich, dass es noch ein paar Wochen so weiter geht, damit ich wenigstens die Semesterferien gut ausnutzen kann.
Ich müsste mich dann nur endlich mal an die Empirie trauen, damit das ganze mal Hand und Fuß und nicht nur Theorie bekommt. Aber so richtig trau ich mich noch nicht... nach dem Urlaub gehts los! Da mach ich Termine. Versprochen...
Und jetzt Prost, ich versuche meine schlechte Laune und meine Erkältung mit Rotwein zu verdrängen. Und meinem Alkoholproblem entgegen zu wirken ;-)